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Von Magdalena, einer Medusa und der Mitte: Patricia Jankowski im Qinterview

28/02/2017

Auch unser März-Qinterview haben wir mit jemandem geführt, die schon einmal bei uns Rede und Antwort gestanden hat. Patricia Jankowski wird auch in diesem Jahr ganz sicher an unserem Stand auf der Leipziger Buchmesse zu finden sein, Und wer dort vorbeischaut, kann auch in das Buch schauen, von dem sie uns heute erzählt. „Eine Medusa zum Dinner“ ist der dritte Teil einer Reihe heiterer Frauenromane.

1.    Wir hatten ja schon mal das Vergnügen, was hat sich seitdem für dich getan?
Ich bin jetzt ja schon eine ganze Weile bei Qindie und mir macht die Arbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen nach wie vor sehr viel Spaß.
Ich selbst bin in der Zeit seit unserem ersten Interview sicherlich professioneller geworden, habe mehr Einblicke in den Markt bekommen und konnte viele interessante Kontakte knüpfen.
Mit Qindie war ich nun schon zweimal auf der Buchmesse in Leipzig (dieses Jahr haben wir auch einen Stand – vielen Dank an dieser Stelle an David Pawn, der sich da immer ganz fürchterlich für uns ins Zeug legt). Dort konnte ich auch viel mitnehmen bei Veranstaltungen und Lesungen.
2.    Bist du immer noch überzeugte Selbstverlegerin?
Ja, im Grunde sogar mehr denn je. Ich kenne einige Kollegen, die ausschließlich Verlagsautoren sind, andere, die beide Pfade beschreiten. Und ich habe für meinen Teil gesehen, dass der Verlagspfad immer steiniger und schwieriger wird.
3.    Hat sich das Selfpublishing aus deiner Sicht verändert? Was hat sich verbessert, was ist schlechter geworden?
Es hat sich einiges geändert, zum Glück Vieles zum Besseren.
Zum einen ist die Sicht der Leser auf uns Selfpublisher besser geworden. Viele nehmen uns gleichwertig mit Verlagspublikationen wahr, was ein großer und wichtiger Schritt ist.
Selfpublisher haben sich in einem Verband zusammengeschlossen, der ihnen bei der Rechtewahrnehmung und beim Außenauftritt hilft.
Auf der anderen Seite ist die Sicht der Autoren auf ihre Arbeit in vielen Belangen nicht besser geworden. Noch immer versuchen viele, sich mit Preisdumping gegenseitig zu unterbieten und machen somit einen gesunden Marktpreis ihres Produkts kaputt. Das ist ein hässlicher Trend, der aber kein Ende finden wird, befürchte ich.
4.    Was muss sich noch ändern?
Die Qualität des Selfpublisher-Marktes müsste durchgehend ein anderes Niveau erreichen. Immer noch sind ganz viele wirklich grässliche Machwerke auf dem Markt unterwegs, die den Ruf der „guten“ Selfpublisher automatisch mit in den Dreck ziehen.
Und es müsste sich ein gesunder Preis für ein E-Book finden, der über dem Preis einer Tasse Kaffee liegt (wobei ich hier schon von Automatenkaffee vom Discounter spreche).
5.    Du hast ein neues Buch veröffentlicht. Worum geht es?
„Eine Medusa zum Dinner“ ist der dritte Band einer Reihe, die für mich als Versuchsballon begonnen hat. Ich wollte vor zwei Jahren auch einmal einen „heiteren Frauenroman“ schreiben, einmal mit auf der Welle des Mainstreams schwimmen, was ich sonst (leider?) nicht tue.
Der erste Band „Ein Froschkönig zum Dessert“ war für mich ein richtiger Akt, ich betete mir beim Schreiben immer Mantra artig „heiter, du bist heiter!“ vor, denn eigentlich bin ich eine Drama-Queen, die gerne auch mal ihre Hauptdarsteller tötet.
Am Ende kam tatsächlich ein ganz passabler Liebesroman heraus, der bei dem Leserinnen Anklang fand. Und da es noch sehr viele lose Enden gab, entschloss ich mich, die Geschichte um Magdalena und ihre Liebesabenteuer fortzusetzen.
„Ein Gigolo zum Frühstück“ war der Folgeband, dessen lose Enden jetzt in der „Medusa“ verknüpft wurden. Jedenfalls ein paar davon. Es gibt aber noch genug Stoff für mindestens einen weiteren Teil.
Konkret geht es in der Medusa darum, dass Magdalena endlich ihre Mitte finden und mit sich und ihrer Umwelt ins Reine kommen muss. Ihre ärgste Gegnerin dabei ist die Mutter ihres Freundes, eben jene Medusa, die eine wundervolle Künstlerin für mich zu Papier gebracht hat.
6.    Hast du versucht, es bei einem Verlag unterzubringen?
Nein. Ich bin ganz klar niemand, der Klinken putzen geht. Das liegt mir einfach nicht. Ich bin extrem schlecht darin, mich selbst zu verkaufen – was beim Marketing einer Selfpublisherin natürlich Gift ist. Aber damit muss ich leben.
Da ich mit meinen Geschichten in der Regel sowieso mindestens einen Schritt neben dem Mainstream bin, habe ich mit fast keinem meiner derzeitig erhältlichen Romane je versucht, bei einem Verlag unterzukommen.
7.    Die Medusa auf dem Cover schaut ganz schön finster aus. Ist sie so böse?
Definitiv ja! Obwohl dieses Bild noch die wirklich freundlichere Version ist. Die Künstlerin hatte einen zweiten Entwurf mit aufgerissenem Mund und allem, DIE war wirklich gruselig! Aber für einen Liebensroman am Ende leider nicht so passend. Wäre es technisch machbar, hätte ich mir ein holographisches Cover gewünscht, das beide Bilder beinhaltet.
8.    Wenn ich die Medusa der Mythologie nehme, ist die ja eine sehr zwiespältige Figur mit einem grausamen Schicksal und Macht, die über ihren Tod hinausgeht. Was hat deine Titelfigur davon?
Wenig bis gar nichts, würde ich sagen. Meine Medusa ist eigentlich aus dem bitterbösen Blick entstanden, den sie auf Magdalena werfen kann.
9.    Welches Buch hättest du gerne selber geschrieben?
Oh, das ist schwierig. Es gibt unendlich viele gute Bücher und viele davon waren bahnbrechend in ihrer Art.
Ich glaube, Stephen Kings „Love“ ist eines von denen, die ich gerne geschrieben hätte.
10.    Kritisiere dein Buch in zwei bis drei Sätzen.
„Eine Medusa zum Dinner“ ist ein nachdenklicher Liebesroman, der sich mit Selbstzweifeln und der inneren Kritik befasst. Die Hauptdarstellerin Magdalena kann eine emotionale Reise fortsetzen, die sie im „Froschkönig“ begonnen und im „Gigolo“ sehr erfolgreich fortgesetzt hat.
11.    Warum sollte ich es kaufen?
Als Mann? Hmmm, das ist schwierig.
Ich würde es dir andienen, um zu erfahren, wie es gelingen kann, sich von den familiären Fesseln zu lösen, sich freizuschwimmen. Denn das ist der andere Aspekt dieser Bücher, die neben Magdalena auch ihrem Freund Andreas Spielraum lassen.
12.    Wenn ich es richtig verstehe, handelt es sich um eine Fortsetzung. Kann ich dem Buch folgen, wenn ich die beiden anderen Teile nicht kenne?
Nein, nicht in seiner Gänze. Du würdest die Handlung dieses Romans verstehen, aber die großen Zusammenhänge und kleinen Anspielungen würden dir sicherlich entgehen.
13.    Was wird dein nächstes Projekt?
Da habe ich ein paar am Start.
Meine Testleser haben gerade gestern einen Roman bekommen, den ich als klassischen Abenteuerroman bezeichnen würde. Es geht dabei um einen Krieger des Geheimordens, der schon in den Romanen „Seelenchronik“ und „Der Fluch der Kelten“ eine Rolle gespielt hat.
Dann habe ich noch einen Liebesroman fertig, der vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs spielt, als ein für die Briten fliegender amerikanischer Pilot von einem französischen Fischer aus dem Ärmelkanal gezogen wurde und nach einem Weg der Rückkehr in die Heimat sucht.
Gerade neu begonnen habe ich einen historischen Roman, der aber noch so frisch ist, dass ich nicht darüber sprechen kann. Ideen sind manchmal sehr zerbrechlich und können Schaden nehmen, wenn sie zu früh an die Öffentlichkeit gelassen werden. Außerdem gehöre ich leider zu den Schriftstellern, die nicht jedes begonnene Projekt auch zu Ende führen.
14.    Wo findet man dich im Internet?
Meine Homepage heißt patricia-jankowski.de
Und auch bei Facebook findet man mich.
Und natürlich auch bei Qindie.

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